Details und Erläuterungen

Vermessung und Bau der ägyptischen Pyramiden - von Eckart Unterberger

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Bisherige Lösungsasätze


Wie dramatisch sich eine falsche Einmessung der Seitenneigung auf die endgültige Gestalt der Pyramiden auswirken kann, wird im Buch diskutiert und dargestellt. Im Gegensatz zur Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen sind es hier aber nur zwei Theorien, die in der Literatur beschrieben werden. Grundsätzlich gehen beide Theorien von der Einmessung des so genannten Rücksprungs und der Höhe aus. Stellen wir uns eine normale Treppe vor, so versteht man unter Rücksprung die Breite einer Treppenstufe, die Trittfläche also. Die Höhe ist die senkrechte Höhe von einer Stufe zur nächsten.


Die erste Methode: Erhart Graefe entwickelte die Methode der Vermessung rund um einen Kernbau in Form einer Stufenpyramide. Dabei geht er davon aus, dass in jeder Pyramide eine Stufenpyramide steckt, weil diese dazu notwendig ist, die genaue Seitenneigung einer Pyramide zu bestimmen. Die Neigung einer Stufenpyramide ist wesentlich leichter einzumessen als die einer echten Pyramide. Da die Flanken der einzelnen Stufen fast senkrecht sind, kann mit Senklot und Setzwaage jede einzelne Stufe nach Rücksprung und Höhe eingemessen werden.


Wir werden im Abschnitt über den Bau der Pyramide sehen, dass dieses Verfahren derart große technische Schwierigkeiten mit sich bringt, dass es sich auf den Bau einer Großpyramide praktisch nicht anwenden lässt, unabhängig davon, ob nun in jeder Pyramide wirklich eine Stufenpyramide steckt oder nicht.


Die zweite Methode ist die Einmessung nach Rücksprung und Höhe bei jeder einzelnen Steinlage.


Bei jeder Schicht wird zuerst waagrecht nach innen gemessen und dann senkrecht nach oben. Der Vorgang wird mehr als 200-mal wiederholt und alle 4 Seitenflächen sollen sich dann an der Spitze der Pyramide genau über deren Zentrum treffen. Betrachten wir die Methode im Detail, so häufen sich die Probleme.


Das Verfahren kann von jedem an einer Haustreppe versucht werden. Man wird sehen, dass hier von Präzision keine Rede mehr sein kann. Bereits nach einem Stockwerk tritt ein Fehler im Zentimeterbereich auf. Um aber das Verfahren an der Pyramide durchzuführen, müsste vergleichsweise bis ins 17. Stockwerk gemessen werden.


Die Messung des Neigungswinkels - Bisherige Lösungsansätze

© 2009 Eckart Unterberger