Details und Erläuterungen

Vermessung und Bau der ägyptischen Pyramiden - von Eckart Unterberger

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Der Bau der Cheopspyramide: Die 40-Tonner

Das Innere der Cheopspyramide ist von einem Kammer- und Gangsystem durchzogen, dessen genaue Funktion bis heute ungeklärt ist. Uns interessieren hier auch nicht die einzelnen Innenräume und ihre Bedeutung, sondern vielmehr die technischen Aspekte des Transports der zum Bau dieser Räume verwendeten Blöcke auf die Pyramide.


Es sind die Deckbalken der oberen Grabkammer mit 7 – 8 m Länge, die jedes Transportsystem in Frage stellen. Dies sind keine hölzernen Balken, sondern massive Granitblöcke, die höher als breit, die Decke überspannen. Ein einziger dieser Blöcke wiegt an die 40 Tonnen.


Darüber befinden sich aber nicht etwa die üblichen Steinquader, wie wir sie bereits vom Kern der Pyramide kennen. Es wurden fünf so genannte ‚Entlastungskammern‘ gebaut. In einem Abstand von jeweils etwa 1 m sind wieder granitene Querbalken mit -zig Tonnen Gewicht verlegt, angeblich, um die Decke der Grabkammer zu entlasten. Diese sollten, so die gängige und auch nicht unlogische Meinung, die Decke der Grabkammer selbst entlasten und ein Brechen der Granitblöcke verhindern. Der Sicherheit aber noch nicht genug: Über den insgesamt 5 Decken der Grabkammer befindet sich noch ein Pseudogewölbe aus schräg aneinander gestellten Blöcken, deren Gewicht auch nicht gerade unerheblich ist.



In der Decke der Königskammer wurden die schwersten Blöcke verbaut. Ihr Gewicht wird auf 40 - 60 Tonnen geschätzt. Sie mussten auf eine Höhe von 50 m transportiert werden. Über der Decke der Kammer befinden sich die Entlastungskammern. Insge-samt ruhen 43 Blöcke mit einem Gewicht von jeweils etwa 40 Tonnen auf der Königs-kammer.

Königskammer - © Eckart Unterberger


Wie war es möglich, derart große und schwere Steinquader in eine Höhe von über 50 m zu bewegen?


Sämtliche Hebeltheorien erweisen sich als unzulänglich, denn das Bewegen so enormer Gewichte kann nicht mehr mit Hebekränen bewältigt werden. Auch die Spiralrampentheorie stößt hier an ihre Grenzen. Die Vertreter beider Theorien sind der Ansicht, die Decksteine wurden bereits zu Baubeginn in den Kern der Pyramide gebracht und dann dort verbleibend Schicht für Schicht nach oben gehebelt.



Dem halte ich entgegen: Wenn der Transport mit dem sonst angewandten System nicht möglich gewesen wäre, hätten die ägyptischen Baumeister ein anderes Deckensystem gewählt, etwa in der Form eines Kraggewölbes, wie wir es in der Großen Galerie vorfinden. Dieses lässt sich mit weniger großen Quadern verwirklichen. Man darf nicht vergessen, dass während des -zigmaligen Hinaufhebelns einer der Decksteine hätte zerbrechen können, die oberen Etagen der Entlastungskammern befinden sich immerhin schon über der 60. Schicht.


© 2009-2019 Eckart Unterberger