Details und Erläuterungen

Vermessung und Bau der ägyptischen Pyramiden - von Eckart Unterberger

Details

Das Bewegen von Steinen - Der "Kantenschuh"

Bei flachen Rampen laufen die Zugseile, mit denen der Stein nach oben gezogen wird, einfach über die sehr stumpfwinklige Kante. Bei einer steilen Rampe funktioniert das so nicht mehr. Die Seile laufen in einem spitzeren Winkel über die Kante, der Reibungswiderstand und auch der Verschleiß der Seile wird dadurch größer. Man benötigt daher ein Gerät, das die Seile führt und an der Kante umlenkt: Ich habe ein dafür brauchbares Gerät entwickelt und nenne es "Kantenschuh".


Mein Vorschlag: Der Kantenschuh



Der "Kantenschuh" - © Eckart Unterberger

Bei dem "Kantenschuh" handelt es sich um einen einfachen Holzklotz. Auf der Oberseite sind eine oder mehrere Rillen in das Holz gearbeitet, durch die das Seil läuft. Auf der am Stein liegenden Unterseite wird beim Bearbeiten ein Art Überhang (Nase) stehengelassen. Diese kommt vor der Kante zu liegen und verhindert so ein Abrutschen des Holzblocks in Zugrichtung.


Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde der Kantenschuh trotz dieser ‚Nase‘ wegrutschen, wenn am Seil gezogen wird. - Erstaunerlicherweise tut er das aber nicht! Er rutscht auch nicht weg, wenn die Zugrichtung umgekehrt wird, wenn also nach unten gezogen wird.

Kantenschuh statt Rollen


Am Umlenkpunkt wirken zwei Kräfte auf den Schuh, eine horizontale in Zugrichtung und eine schräg nach unten durch das Gewicht des Steins. Die resultierende Kraft drückt den Schuh schräg nach unten auf die Kante. Auch die auftretenden Reibungskräfte zwischen Kantenschuh und Seil sind geringer als man zunächst annimmt, da der Winkel sehr stumpf ist. Weder Seil noch Kantenschuh müssen geschmiert werden.


Auf komplizierte Konstruktionen mit Rollen, die dann entsprechend gelagert werden müssten, kann verzichtet werden.



... und könnte es sein, dass der simple Kantenschuh die von Herodot erwähnte "Maschine" ist, deren Erwähnung in der heutigen Literatur zu den waghalsigsten Konstruktionsideen komplizierter Hebelmaschinen und Aufzüge geführt hat?

© 2009 Eckart Unterberger